Für Anfänger

gibt es eine Einführung in die Thematik des kosmischen  Plasmas unterstützt durch Youtube Movies

Der Leitfaden

der Elektro- dynamik ist die Voraussetzungen, um die Eigen- schaften des Plasmas, des Aggregatzustandes, in dem sich der Kosmos zu mehr als 99% befindet, zu verstehen..  

Missverständnisse

sind der Grund, warum viele Leute die Ideen des Elektrischen Universums ablehnen. Hier wird mit den Missverständnissen aufgeräumt.

Unter dem Menüpunkt

      Blogs/ Ideensammlung

werden archeologische Artefakte

und mythologische Überlieferungen

von  David Talbott in einer

Podcastserie gedeutet. Diese

Deutungen sind jedoch physikalisch

nicht haltbar.

SpaceNews

In    Kurzfilmen    mit    deutschen Untertiteln      werden      die      neuesten Erkenntnisse      über      den      Kosmos dargestellt.

Neu: siehe SpaceNews 2016

unterstützt von  Mugglebibliothek.
© Dr. M. Hüfner 2015
Wer Interesse an der Unterstützung dieser Website hat, melde sich bitte bei     jasta72s@gmail.com

Willkommen bei einer

Stimme für das

Elektrische Universum

l etzte Änderung: 01.11.2017
← vorher ← vorher nachher → nachher →

2. MAGNETISCHE UND ELEKTRISCHE FELDER IM WELTRAUM

2.1 DIE STÄRKE VON GRAVITATION UND ELEKTRISCHEN KRÄFTEN

Gravitation   ist   eine   relativ   schwache   Kraft.   Die   elektrische   Coulomb-Kraft   zwischen   einem   Proton   und einem   Elektron   ist   in   der   Größenordnung   10^39   (das   ist   eine   1   mit   39   Nullen   danach)   stärker   als   die   Gravitation zwischen ihnen.

Die vier fundamentalen Kräfte in der Physik

Wir    können    eine    Vorstellung    von    der    Stärke    elektromagnetischer    Kräfte    bekommen,    wenn    wir    einen kleinen   Magneten   nutzen,   um   einen   eisernen   Gegenstand,   z.B.   eine   Kugellagerkugel,   anzuheben.   Obwohl   die ganze   Schwerkraft   der   Erde   auf   die   Kugellagerkugel   einwirkt,   überwindet   der   Magnet   diese   sehr   leicht,   wenn   er der   Kugellagerkugel   nahe   genug   ist.   Im   Weltraum   ist   Gravitation   nur   an   solchen   Plätzen   von   Bedeutung,   wo   die elektromagnetischen Kräfte abgeschirmt oder neutralisiert werden.

Ein kleiner Magnet zieht eine Kugellagerkugel an und hält sie gegen die Anziehung der Schwerkraft

der Erde fest.

Bei   kugelförmigen   Massen   und   Ladungen   nehmen   beide,   die   Gravitation   und   die   elektrische   Coloumb- Kraft,   mit   dem   Quadrat   der   Entfernung   ab   und   verringern   sich   so   mit   wachsender   Distanz   rapide.   Bei   anderen Geometrien/Konfigurationen   verringern   sich   die   Kräfte   mit   der   Entfernung   langsamer.   So   nimmt   beispielsweise die   Kraft   zwischen   zwei   relativ   langen   und   dünnen   elektrischen   Strömen,   die   sich   parallel   zueinander   bewegen, mit der ersten Potenz der Entfernung zwischen ihnen ab. Elektrische    Ströme    können    Energie    über    gewaltige    Entfernungen    transportieren,    bevor    diese    Energie genutzt   wird,   um   ein   sichtbares   Resultat   zu   erzeugen,   so   wie   wir   unsere   Energie   von   einem   weit   entfernten Kraftwerk   nutzen,   um   einen   Kessel   voll   Wasser   in   unserer   Küche   zu   kochen.   Das   bedeutet,   dass   über   große Entfernung   elektromagnetische   Kräfte   und   elektrische   Ströme   zusammen   viel   wirksamer   sein   können   als   die mickrige Schwerkraft oder sogar die stärkere elektrostatische Coulomb-Kraft. Es   sei   daran   erinnert,   dass,   um   das   Verhalten   der   Materie,   welche   wir   wahrnehmen   können,   zu   erklären, sich   das   Gravitationsmodell   vierundzwanzig   Mal   mehr   Materie   vorstellen   muss   als   wir   sehen   können,   an   ganz bestimmten   Stellen   und   von   einem   ganz   besonderen,   unsichtbaren   Typ.   Es   erscheint   viel   logischer   zu   sein,   zu untersuchen,   ob   die   bekannte   Physik   der   elektromagnetischen   Kräfte   und   elektrischen   Ströme   die   beobachteten Effekte zustande bringen kann anstatt etwas erfinden zu müssen, was nicht existieren kann.

2.2 DAS “VAKUUM” DES WELTRAUMS

Bis    vor    100    Jahren    dachte    man    der    Weltraum    sei    leer.    Die    Worte    “Vakuum”    und    “Leere”    waren austauschbar.   Doch   Raumsonden   haben   gefunden,   dass   der   Raum   Atome,   Staub,   Ionen   und   Elektronen   enthält. Obwohl   die   Dichte   der   Materie   im   Weltraum   sehr   niedrig   ist,   ist   sie   nicht   Null.   Deshalb   ist   der   Weltraum   nicht   ein Vakuum   im   konventionellen   Sinn,   dass   es   “dort   überhaupt   nichts   gibt”.   So   ist   zum   Beispiel   bekannt,   dass   der solare   “Wind”   (Sonnenwind)   ein   Fluss   geladener Teilchen   ist,   der   von   der   Sonne   kommt,   die   Erde   umschweift   und letztendlich sichtbare Effekte wie Nord- (und Süd-) Lichter verursacht. Die   Staubteilchen   im   Weltraum   werden   in   einer   Größe   von   2   bis   200   Nanometer   angenommen   und   viele   von ihnen   sind   auch   elektrisch   geladen   mit   Ionen   und   Elektronen.   Diese   Mixtur   aus   neutraler   und   geladener   Materie wird     Plasma     genannt     und     ist     gefüllt     mit     Magnetfeldern.     Wir     werden     Plasma     und     seine     einzigartigen Wechselwirkungen   mit   elektromagnetischen   Feldern   mehr   im   Detail   in   Kapitel   3   behandeln.   Die   “leeren”   Räume zwischen   den   Planeten    oder   Sternen    oder   Galaxien   sind   sehr   verschieden   von   dem,   was   die   Astronomen   im früheren 20. Jahrhundert annahmen. (Anmerkung   zur   Terminologie   in   den   Links:   Astronomen   bezeichnen   Materie   im   Plasmazustand   als   “Gas”, “Winde”,    “heißes,    ionisiertes    Gas”,    “Wolken”    usw.    Diese    Bezeichnungen    verkennen    die    Notwendigkeit    der Unterscheidung    zwischen    den    zwei    sich    unterschiedlich    verhaltenden   Aggregatzuständen    im    Weltraum.    Der erstere    ist    elektrisch    geladenes    Plasma    und    der    andere    elektrisch    neutrales    Gas,    welches    weit    verstreute nichtionisierte Moleküle oder Atome sind.)

Vorkommen von ionisiertem Wasserstoff (Plasma) am nördlichen Sternenhimmel –Bildquelle: Wiki

Commons

Die    Existenz    geladener    Teilchen    und    elektromagnetischer    Felder    im    Weltraum    wird    von    beiden akzeptiert,   vom   Gravitationsmodell   wie   vom   Elektrischen   Modell.   Doch   die   Bedeutung,   die   beiden   und   ihrem Verhalten   beigemessen   wird,   ist   ein   entscheidender   Unterschied   zwischen   den   Modellen.   Wir   werden   deshalb zunächst die magnetischen Felder diskutieren.

Aurora, fotografiert von L. Zimmerman, Fairbanks, Alaska.

Mit freundlicher Genehmigung spaceweather.com, Aurora Photo Gallery

2.3 EINFÜHRUNG IN MAGNETFELDER

Was   meinen   wir   mit   den   Begriffen   “Magnetfeld”   und   “magnetische   Feldlinien”?   Um   das   Konzept   eines Feldes zu verstehen, müssen wir mit einem besser bekannten Beispiel beginnen: der Gravitation. Wir   wissen,   dass   Gravitation   eine   Anziehungskraft   zwischen   zwei   Körpern   oder   Teilchen   ist,   die   Masse besitzen.   Wir   sagen,   dass   die   Schwerkraft   der   Erde   um   uns   herum   ist   auf   der   Oberfläche   der   Erde   und,   dass   sich die   Schwerkraft   der   Erde   in   den   Weltraum   hinaus   erstreckt.   Wir   können   diese   Idee   einfacher   ausdrücken,   wenn wir   sagen,   dass   die   Erde   ein   Gravitationsfeld   hat,   welches   sich   in   alle   Richtungen   des   Raums   erstreckt.   Mit anderen   Worten,   ein   Gravitationsfeld   ist   eine   Region,   wo   eine   Gravitationskraft   eine   Anziehung   zwischen   zwei Körpern mit Masse ausübt. Ganz   ähnlich   ist   ein   magnetisches   Feld   eine   Region,   in   der   die   magnetische   Kraft   auf   einen   magnetisierten oder   geladenen   Körper   einwirkt.   (Wir   werden   später   nach   der   Herkunft   der   Magnetfelder   sehen.)   Die   Wirkung   der Magnetkraft    wird    an    ferromagnetischem    Material    am    offensichtlichsten.    So    richten    sich    beispielsweise Eisenspäne an der Oberfläche in einem Magnetfeld selber in Richtung des Feldes aus wie eine Kompassnadel. Da    die    Eisenspäne    dazu    neigen,    sich    selber    vom    Südpol zum   Nordpol   auszurichten,   kann   das   von   ihnen   erzeugte   Muster als   eine   Serie   konzentrischer   Linien   gezeichnet   werden,   welche die   Richtung   und   –   indirekt   –   die   Stärke   des   Feldes   an   jedem Punkt anzeigen. Deshalb    sind    magnetische    Feldlinien    ein    überzeugender Weg   um   die   Ausrichtung   des   Feldes   zu   verdeutlichen   und   dienen als   Leitlinien   für   den   Bahnverlauf   von   geladenen   Teilchen,   die   sich durch   ein   Feld   bewegen   (siehe   Fundamentals   of   Plasma   Physics , Cambridge University Press, 2006, Paul Bellan, Ph.D.). Es   ist   sehr   wichtig   sich   daran   zu   erinnern,   dass   Feldlinien nicht    als    physikalische    Objekte    existieren.    Jeder    Eisenspan    in einem   Magnetfeld   agiert   wie   ein   Kompass:   man   kann   ihn   etwas bewegen   und   er   zeigt   immer   noch   den   magnetischen   Nord-   und   Südpol   aus   seiner   neuen   Position   an.   Ganz ähnlich   wird   ein   Lot   (ein   Faden   mit   einem   Gewicht   am   Ende)   immer   die   lokale Ausrichtung   des   Gravitationsfeldes anzeigen.    Linien,    die    man    in    Längsrichtung    durch    eine    Serie    von    Loten    zeichnet,    würden    einen    Satz    von Gravitationsfeldlinien    ergeben.    Solche    Linien    existieren    nicht    wirklich,    sie    sind    nur    ein    überzeugendes, hilfreiches   Mittel   der   Visualisierung   oder   der   Darstellung   der   Richtung   der   Kraft,   die   in   einem   Feld   aktiv   wird. Siehe Anhang I für die weitere Diskussion dieses Themas oder hier , bei Fizzics Fizzle . Eine   Feldlinie   zeigt   nicht   notwendigerweise   die   Richtung   der   Ausdehnung   der   Kraft   an,   was   auch   immer das    Feld    verursacht.    Feldlinien    können    gezeichnet    werden,    um    die    Richtung    oder    Polarität    einer    Kraft    zu veranschaulichen   oder   können   gezeichnet   werden,   um   Bereiche   gleicher   Intensität   einer   Kraft   zu   verdeutlichen, in   der   gleichen   Weise   wie   Höhenlinien   auf   einer   Karte   Punkte   gleicher   Höhe   verbinden,   wie   z.B.   Seehöhe.   Oft werden   bei   3-dimensionalen   Körpern   mit   magnetischen   Feldern   imaginäre   Oberflächen    genutzt,   um   anstatt   der Feldlinien Bereiche gleicher Kraft zu repräsentieren. Übereinstimmend   wird   die   Richtung   eines   magnetischen   oder   elektrischen   Feldes   von   einem   Punkt   am südlichen zum nördlichen Pol gehend definiert. In   einem   Gravitationsfeld   kann   man   sich   entscheiden,   Linien   gleicher   Schwerkraft   anstatt   Richtungslinien dieser    Kraft    zu    zeichnen.    Diese    Linien    gleichstarker    Schwerkraft    können    mit    der    Höhe    (das    heißt    mit    der Entfernung   vom   Zentrum   des   Körpers)   variieren,   eher   so   wie   Höhenlinien   auf   einer   Karte.   Um   die   Ausrichtung der   Kraft,   die   diese   Höhenlinien   nutzt,   zu   finden,   muss   man   herausarbeiten,   auf   welchem   Weg   ein   Körper   sich bewegt.   Ein   auf   die   Seite   eines   Berges   gelegter   Stein   rollt   bergabwärts,   quer   durch   die   Höhenlinien.   Mit   anderen Worten, die Gravitationskraft steht senkrecht zu den Feldlinien gleicher Stärke der Gravitationskraft. Magnetfelder   sind   komplizierter   als   Gravitation,   weil   sie   entweder   anziehen   oder   abstoßen   können.   Zwei Dauerstabmagneten,   deren   entgegengesetzte   Enden   (entgegengesetzte   “Pole”   oder   Nord-   und   Süd)   einander zugewandt   sind,   ziehen   sich   an    entlang   der   Richtungen,   die   durch   die   Feldlinien   des   vereinten   Feldes   beider angedeutet   wird   (siehe   Bild   oben).   Magneten   mit   derselben   Polarität   (Nord-Nord,   Süd-Süd)   stoßen   einander   ab   entlang derselben Richtungen. Magnetfelder   üben   auch   Kräfte   auf   geladene Teilchen   aus,   die   sich   in   Bewegung   befinden.   Da   die   Kraft,   die auf   das   geladenen   Teilchen   einwirkt,   sich   im   rechten   Winkel   zu   beiden,   den   elektrischen   Feldlinien   und   der Richtung   des Teilchens,   befindet,   bewegt   sich   ein   geladenes Teilchen   quer   durch   ein   magnetisches   Feld   und   wird durch   die   Wirkung   des   Feldes   gezwungen   eine   Richtungsänderung   auszuführen   (z.B.   um   zu   beschleunigen). Seine   Geschwindigkeit   bleibt   unverändert,   um   seine   kinetische   Energie   zu   erhalten.   Die   folgenden   Bilder   zeigen im    Laborversuch,    was    mit    einem    Elektronenstrahl    in    einer    Vakuumröhre    vor    und    nach    Anlegung    eines Magnetfeldes passiert.

Ein von Eisenspänen umgebener Stabmagnet

verdeutlicht die Ausrichtung des

magnetischen Feldes

Magnetfeldwirkung  

auf  

einen  

Elektronenstrahl  

in  

einer  

Vakuumröhre.  

Bei  

der  

ersten  

Demonstration  

in  

einer  

Vakuumröhre

wird  

ein  

Elektronenstrahl  

(der  

blaues  

Licht  

aussendet,  

links)  

gerade  

beschleunigt.  

Das  

durch  

elektrische  

Spulen  

(Zentrum)

verstärkte magnetische Feld zwingt den Elektronenstrahl sich zu krümmen als er sich durch sie hindurchbewegt.

Bildquelle: Clemson University, Physics On-line

Die    magnetische    Kraft    auf    ein    in    Bewegung    befindliches    geladenes    Teilchen    verhält    sich    analog    der Gyroskopkraft.   Ein   geladenes   Teilchen,   das   sich   entlang   oder   “mit”   einer   magnetischen   Feldlinie   bewegt,   wird keiner    Kraft    ausgesetzt,    die    versucht    seine    Richtung    zu    ändern,    so    wie    der    Druck    auf    ein    sich    drehendes Gyroskop entlang seiner Rotationsachse nicht dazu führen wird, dass es sich dreht oder „präzessiert“. Obwohl    die    Kraft    auf    verschiedene    geladene    Teilchen    variiert,    ist    das    Konzept    der    Richtung    der Magnetfeldlinien   als   ein   Satz   vorgestellter   Feldlinien   nützlich,   weil   die   Richtung   der   Krafteinwirkung   auf   jede   Art von Material, so wie bewegte geladene Teilchen, aus der Richtung des Feldes abgeleitet werden kann.

Sich überlagernde magnetische Feldlinien auf der Sonne in der Nähe eines koronalen Loches

und aktiver Regionen. Die Dynamik solcher Felder zu verstehen hilft, die ihnen zugrunde

liegenden Plasma-Ströme zu verstehen, die sie formten.

Bildquelle: NASA SDO / Lockheed Martin Space Systems Corp., 20.10.2010

2.4 DIE ENTSTEHUNG VON MAGNETFELDERN

Es   gibt   nur   einen   Weg,   wie   Magnetfelder   erzeugen   werden   können:   durch   die   Bewegung   elektrischer Ladungen.   In   Dauermagneten   werden   die   Felder   von   Elektronen   erzeugt,   die   um   den   Kern   des Atoms   kreisen.   Ein starker   Magnet   wird   geschaffen,   wenn   alle   Elektronen,   die   den   Kern   umkreisen,   eine   gemeinsame   Drehrichtung haben   und   so   eine   vereinte,   mächtige   Kraft   bilden.   Wenn   ein   Magnet   bis   zu   seiner   Curie -Temperatur   erhitzt   wird, zerbricht   die   thermische   Bewegung   der   Atome   die   ordentlichen   Drehrichtungen,   wodurch   das   resultierende Magnetfeld   stark   verringert   wird.   In   einem   von   einem   Strom   durchflossenen   Metall   wird   das   magnetische   Feld durch   Elektronen   erzeugt,   die   sich   entlang   der   Länge   des   Drahtes   bewegen.   Eine   detailliertere   Einführung   in   das komplexe Thema Austauschwechselwirkung und Ferromagnetismus kann hier  gefunden werden. Ganz   egal   wie,   jedes   Mal,   wenn   sich   elektrische   Ladungen   bewegen,   erzeugen   sie   Magnetfelder.   Ohne   sich bewegende   elektrische   Ladungen   können   Magnetfelder   nicht   existieren.   Das   Ampèresche   Gesetz   besagt,   dass eine    sich    bewegende    Ladung    auf    einer    Ebene    senkrecht    zur    Bewegung    der    Ladung    ein    Magnetfeld    mit kreisförmigen Feldkraftlinien erzeugt. Während    elektrische    Ströme,    die    durch    sich    bewegende elektrische   Ladungen   verursacht   werden,   unsichtbar   sein   können und   auf   große   Entfernungen   schwierig   zu   entdecken   sind,   ist   die Entdeckung   eines   Magnetfeldes   an   einem   Ort   im   Weltraum   (mit   den wohlbekannten   Methoden   der Astronomie,   siehe   unten)   ein   sicheres Zeichen dafür, dass es von einem Strom begleitet wird. Wenn   ein   Strom   in   einem   Stromleiter   fließt,   wie   einem   langen, gerade   Draht   oder   einem   Plasma-Filament,   dann   wird   jedes   geladene Teilchen   in   seinem   Strom   von   einem   kleinen   Magnetfeld   umgeben sein.     Wenn     all     diese     individuellen     kleinen     Magnetfelder     sich addieren,   dann   ist   das   Ergebnis   ein   kontinuierliches   Magnetfeld   um die   gesamte   Länge   des   Stromleiters.   Die   Regionen   im   Raum   um   den Draht,    wo    die    Feldstärke    gleich    ist    („äquipotentiale    Oberfläche“ genannt), sind konzentrische Zylinder um den Draht herum. Zeitabhängige    elektrische    und    magnetische    Felder    werden später behandelt (siehe Kapitel 4 und Anhang III) Die     Beantwortung     der     Frage     nach     der     Entstehung     der Magnetfelder     im     Weltraum     ist     ein     entscheidender     Unterschied zwischen dem Gravitationsmodell und dem Elektrischen Modell. Das   Gravitationsmodell   lässt   die   Existenz   von   Magnetfeldern im   Weltraum   zu,   weil   sie   regelmäßig   beobachtet   werden,   aber   sie   sollen   von   Dynamos   in   Sternen   erzeugt   werden. Für   die   meisten   Forscher   spielen   heute   weder   elektrische   Felder   noch   elektrische   Ströme   im   Weltraum   eine wichtige Rolle bei der Erzeugung magnetischer Felder. Im   Gegensatz   dazu   argumentiert   das   Elektrische   Modell,   wie   wir   später   im   Detail   sehen   werden,   dass Magnetfelder   durch   die   Bewegung   geladener   Teilchen   im   Weltraum   in   derselben   Weise   erzeugt   werden   wie   hier auf   der   Erde.   Natürlich   akzeptiert   das   Elektrische   Modell   auch,   dass   Sterne   und   Planeten   Magnetfelder   haben, was   bewiesen   wird   durch   Magnetsphären   und   andere   Beobachtungen.   Die   neue Ansicht   hat   eine   andere   Herkunft für diese Magnetfelder im Weltraum zu erklären, wenn sie nicht durch Dynamos in Sternen erzeugt werden.

2.5 ENTDECKUNG VON MAGNETFELDERN IM WELTRAUM

Seit   dem   Beginn   des   Raumfahrtzeitalters   sind   Raumfahrzeuge   in   der   Lage,   Magnetfelder   im   Sonnensystem mit   Instrumenten   an   Bord   der   Raumfahrzeuge   zu   messen.   Wir   können   Magnetfelder   außerhalb   der   Reichweite   der Raumfahrzeuge    “sehen”,    da    diese    Felder    eine    Wirkung    auf    Licht    und    andere    Strahlung    haben,    die    sie durchqueren.   Wir   können   sogar   die   Stärke   dieser   Magnetfelder   schätzen,   indem   wir   den   Betrag   dieses   Effektes messen. So   oder   so,   jedes   Mal,   wenn   sich   elektrische   Ladungen   bewegen,   erzeugen   sie   Magnetfelder.   Ohne   sich bewegende   elektrische   Ladungen   können   Magnetfelder   nicht   existieren   Ampères   Gesetz   stellt   fest,   dass   sich bewegende   Ladungen   ein   Magnetfeld   erzeugen   mit   kreisförmigen   Feldlinien   auf   einer   Ebene,   die   senkrecht   zur Bewegung der Ladungen ist.

Magnetfeldlinien umgeben einen Stromleiter

in konzentrischen, gleich starken Zylindern

oder “Schalen”. Wenn man seinen rechten

Daumen in entsprechend des Richtungspfeils

des Stromes richtet, dann zeigen die ge-

krümmten Finger die Richtung des

Magnetfeldes.

Bildquelle: Wikipedia Commons,

Beschriftungen wurden ergänzt

Mit freundlicher Genehmigung von Rainer Beck und Bill Sherwood (ret.), Max-Planck-Institut für

Radioastronomie

Wir   haben   über   das   Magnetfeld   der   Erde   seit   Jahrhunderten   gewusst.   Jetzt   können   wir   solche   Felder   im Weltraum   entdecken,   weshalb   das   Konzept   der   Magnetfelder   im   Weltraum   intuitiv   und   einfach   zu   verstehen   ist, obwohl die Astronomen Schwierigkeiten dabei haben, die Entstehung dieser Magnetfelder zu erklären. Magnetfelder   können   auf   vielen   verschiedenen   Wellenlängen   im   Weltraum   wahrgenommen   werden,   indem man     Anzahl     und     Art     der     Aufspaltungen     der     symmetrischen     spektographischen     Emissionslinien     oder Absorptionslinien   feststellt,   die   die   Magnetfelder   erzeugen.   Das   ist   bekannt   als   Zeeman-Effekt,   benannt   nach einem   niederländischen   Physiker   und   Nobelpreisträger,   Pieter   Zeeman   (1865-1943).   Man   beachte   auf   dem   Bild rechts   oben   wie   eng   die   Feldrichtung   an   den   galaktischen   Armen   ausgerichtet   ist,   die   auf   dem   optischen   Bild links s ichtbar sind. Ein      anderer      Indikator      der      Anwesenheit      eines Magnetfeldes      ist      die      Polarisation      von      synchrotronen Emissionen,     die     von     Elektronen     in     einem     Magnetfeld abgestrahlt     werden.     Sie     sind     hilfreich     bei     galaktischen Größenordnungen.     Siehe     Becks     Artikel      über     Galactic Magnetic      Fields ,      in      Scholarpedia,      sowie      Beck      und Sherwoods    Atlas     of    Magnetic    Fields    in    Nearby    Galaxies . Messungen     des     Grades     der     Polarisation     machen     vom Faraday-Effekt    Gebrauch.   Der   Faraday-Effekt   wiederum   führt zur   Ableitung   der   Stärke   der   Magnetfelder   durch   welche   das polarisierte Licht sich bewegt. Der   hochinstruktive   Artikel   von   Phillip   Kronberg   und anderen,   Measurement   of   the   Electric   Current   in   a   Kpc-Scale Jet ,   ermöglicht   eine   tiefe   Einsicht   in   die   direkte   Verbindung zwischen   dem   gemessenen   Faraday-Effekt   in   den   mächtigen „Knoten“      in      einem      großen      galaktischen      Jet,      der resultierenden     Magnetfeldstärke     und     dem     elektrischen Strom im Jet. Magnetfelder   sind   in   beiden,   dem   Gravitationsmodell und   dem   Elektrischen   Modell,   vertreten.   Der   entscheidende Unterschied    ist    der,    dass    das    Elektrische    Modell    erkennt, dass    Magnetfelder    im    Weltraum    immer    von    elektrischen Strömen   begleitet   werden.   Wir   werden   uns   mit   elektrischen Feldern und Strömen als nächstes befassen. umblättern
Der Zeeman-Effekt, Spektrallinien-Verbreiterung oder –aufspaltung in einem magnetischen Feld. Bildquelle: www.chemteam.info/classical papers/no.38,1897– the Zeeman-Effekt. Originalfoto von Pieter Zeeman

1. Entfernung im Weltall

Fortsetzung

1. Entfernung im Weltall

Fortsetzung

Übersetzung H. Täger