Eines Muggles Bibliothek
© Dr. Ing. Dipl Phys. M. Hüfner 2014

Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis

im Lichte von Kants Erkenntnistheorie

Die   theoretische   Physik   will   uns   glauben   machen,   dass   es   für   sie   keine   Grenzen der     wissenschaftlichen     Erkenntnis     gäbe.     Sie     schöpft     ihr     Wissen     aus mathematischen   Modellen,   die   sie   über   die   Welt   aus   Ideen   generiert,   ohne   sich und   uns   darüber   Rechenschaft   zu   geben,   ob   diese   Modelle   wahr   sein   können   und ob   man   daraus   mehr   Erkenntnisse   ziehen   kann   als   man   in   sie   hineinsteckt.   Die philosophische Frage daraus lautet: Sind synthetische Urteile prinzipiell wahr? Mit   anderen   Worten:   Ist   es   möglich,   auf   der   Basis   des   reinen   Denkens   ohne Beobachtung zu Erkenntnissen über die Welt zu gelangen?

Das Erkenntnis-Modell nach Kant

Bereits   vor   250   Jahren   begann   Immanuel   Kant   über   die   Grenzen   der   Erkenntnis nachzudenken   und   er   tat   es   so   gründlich,   dass   es   bis   heute   wohl   niemand   besser machen   könnte.   Diese   Gedanken   legte   er   in   seinem   Hauptwerk   „Kritik   der   reinen Vernunft“ nieder. Kant   sah,   dass   der   Verstand   nicht   als   leerer   Behälter   arbeiten   könnte,   der   einfach   Daten   von   der   Außenseite   empfängt.   Es muss   etwas   vorhanden   sein,   die   ankommenden   Daten   zu   ordnen.   Bilder   von   externen   Gegenstände   müssen   in   der   gleichen Reihenfolge   gehalten   werden,   in   der   sie   empfangen   wurden.   Diese   Ordnung   entsteht   durch   die   Intuition   von   Raum   und   Zeit. Aus   diesen   Überlegungen   entwickelte   er   ein   Modell   der   Erkenntnis,   das   man   in   groben   Zügen   mit   der   nebenstehenden Graphik veranschaulichen kann. Kant   erkannte,   dass   die   Außenwelt,   „das   Ding   an   sich“,   sich   nur   über   sinnlich   erfassbare   Phänomene   in   unserem   Verstand widerspiegelt.   Da   wir   „Augentiere“   sind,   die   meiste   Information   über   den   Gesichtssinn   wahrgenommen   wird,   benutzte   er den Begriff  “Anschauung”. „Begriffe ohne Anschauungen sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“ und „So fängt denn alle menschliche Erkenntnis mit Anschauungen an, geht von da zu Begriffen, und endigt mit Ideen.“ Immanuel Kant Über   „das   Ding   an   sich“   können   wir   nur   so   viel   wissen,   als   es   unsere   Sinnesleistungen   über   den   Abbildungsprozess gestatten.   Natürlich   haben   wir   seit   Kants   Zeiten   mittels   technischer   Hilfsmittel   diese   Sinnesleistungen   extrem   gestärkt. Trotzdem   haben   sie   noch   immer   Grenzen.   Wir   können   nicht   in   das   Innere   eines Atoms   hineinsehen   und   wir   können   in   das Weltall   nur   soweit   sehen,   wie   wir   mit   unseren   Teleskopen   noch   Licht   empfangen.   Über   die   Rückseite   des   Mondes   wüssten wir nichts, wenn wir keine Kameras dorthin geschickt hätten. Das gleiche gilt für alle anderen Planeten. Nach   Kant   besitzt   der   Verstand   eine   Reihe   von   Kategorien   mit   Begriffen   a   priori,   vermittels   derer   er   über   Regeln   aus   den Erfahrungen,   die   sich   aus   „Mannigfaltigkeiten“   der      sinnlichen   Abbildungen   schöpfen   lassen,   Urteile   bildet.   Neben   Raum und   Zeit   hat   er   eine   Tafel   von   weiteren   Kategorien   aufgestellt,   deren   wichtigste   die   Kausalität   zur   Verknüpfung   von Begriffen   ist.   Das   „a   priori“   kann   man   nur   so   verstehen,   dass   wir   sie   brauchen,   bevor   wir   mit   ihnen   nachdenken,   denn natürlich    muss    jeder    in    seinem    Leben    Begriffe    erst    erlernen,    nur    die    logische    Verknüpfung    von    verschiedenen Sinneseindrücken   ist   angeboren.   Eine   solche   logische Verknüpfung   eines   Begriffs   mit   einem   anderen   ist   eine   Relation. Aber auch die Verknüpfung von Sinneseindrücken untereinander und von Sinneseindrücken mit Begriffen leistet unser Gehirn. ...
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Aus dem Nachwort
Das physikalische Weltbild zwischen Realität und Surrealismus
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© Dr. Ing. Dipl Phys. M. Hüfner 2014

Grenzen der wissenschaftlichen

Erkenntnis

im Lichte von Kants Erkenntnistheorie

Die   theoretische   Physik   will   uns glauben   machen,   dass   es   für   sie keine              Grenzen              der wissenschaftlichen      Erkenntnis gäbe.   Sie   schöpft   ihr Wissen   aus mathematischen    Modellen,    die sie    über    die    Welt    aus    Ideen generiert,    ohne    sich    und    uns darüber   Rechenschaft   zu   geben, ob     diese     Modelle     wahr     sein können     und     ob     man     daraus mehr   Erkenntnisse   ziehen   kann als   man   in   sie   hineinsteckt.   Die philosophische      Frage      daraus lautet:   Sind   synthetische   Urteile prinzipiell wahr? Mit     anderen     Worten:     Ist     es möglich,     auf     der     Basis     des reinen            Denkens            ohne Beobachtung    zu    Erkenntnissen über die Welt zu gelangen?

Das Erkenntnis-Modell nach Kant

Bereits   vor   250   Jahren   begann   Immanuel   Kant   über   die   Grenzen   der Erkenntnis   nachzudenken   und   er   tat   es   so   gründlich,   dass   es   bis   heute wohl    niemand    besser    machen    könnte.    Diese    Gedanken    legte    er    in seinem Hauptwerk „Kritik der reinen Vernunft“ nieder. Kant   sah,   dass   der   Verstand   nicht   als   leerer   Behälter   arbeiten   könnte, der    einfach    Daten    von    der    Außenseite    empfängt.    Es    muss    etwas vorhanden    sein,    die    ankommenden    Daten    zu    ordnen.    Bilder    von externen   Gegenstände   müssen   in   der   gleichen   Reihenfolge   gehalten werden,   in   der   sie   empfangen   wurden.   Diese   Ordnung   entsteht   durch die   Intuition   von   Raum   und   Zeit. Aus   diesen   Überlegungen   entwickelte er    ein    Modell    der    Erkenntnis,    das    man    in    groben    Zügen    mit    der nebenstehenden Graphik veranschaulichen kann. Kant   erkannte,   dass   die   Außenwelt,   „das   Ding   an   sich“,   sich   nur   über sinnlich   erfassbare   Phänomene   in   unserem   Verstand   widerspiegelt.   Da wir   „Augentiere“   sind,   die   meiste   Information   über   den   Gesichtssinn wahrgenommen wird, benutzte er den Begriff  “Anschauung”. „Begriffe   ohne   Anschauungen   sind   leer,   Anschauungen   ohne   Begriffe sind blind.“ und „So   fängt   denn   alle   menschliche   Erkenntnis   mit Anschauungen   an,   geht von da zu Begriffen, und endigt mit Ideen.“ Immanuel Kant Über   „das   Ding   an   sich“   können   wir   nur   so   viel   wissen,   als   es   unsere Sinnesleistungen    über    den    Abbildungsprozess    gestatten.    Natürlich haben    wir    seit    Kants    Zeiten    mittels    technischer    Hilfsmittel    diese Sinnesleistungen    extrem    gestärkt.    Trotzdem    haben    sie    noch    immer Grenzen.   Wir   können   nicht   in   das   Innere   eines Atoms   hineinsehen   und wir    können    in    das    Weltall    nur    soweit    sehen,    wie    wir    mit    unseren Teleskopen   noch   Licht   empfangen.   Über   die   Rückseite   des   Mondes wüssten   wir   nichts,   wenn   wir   keine   Kameras   dorthin   geschickt   hätten. Das gleiche gilt für alle anderen Planeten. Nach    Kant    besitzt    der    Verstand    eine    Reihe    von    Kategorien    mit Begriffen   a   priori,   vermittels   derer   er   über   Regeln   aus   den   Erfahrungen, die     sich     aus     „Mannigfaltigkeiten“     der          sinnlichen    Abbildungen schöpfen   lassen,   Urteile   bildet.   Neben   Raum   und   Zeit   hat   er   eine   Tafel von   weiteren   Kategorien   aufgestellt,   deren   wichtigste   die   Kausalität   zur Verknüpfung    von    Begriffen    ist.    Das    „a    priori“    kann    man    nur    so verstehen,   dass   wir   sie   brauchen,   bevor   wir   mit   ihnen   nachdenken, denn   natürlich   muss   jeder   in   seinem   Leben   Begriffe   erst   erlernen,   nur die    logische    Verknüpfung    von    verschiedenen    Sinneseindrücken    ist angeboren.   Eine   solche   logische   Verknüpfung   eines   Begriffs   mit   einem anderen     ist     eine     Relation.     Aber     auch     die     Verknüpfung     von Sinneseindrücken     untereinander     und     von     Sinneseindrücken     mit Begriffen leistet unser Gehirn. ...
Aus dem Nachwort
Physik zwischen Realität und Surrealismus
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