Eines Muggles Bibliothek
letzte Änderung 31.12.2018
© Dr. Ing. Dipl Phys. M. Hüfner 2014

Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis

im Lichte von Kants Erkenntnistheorie

Die   theoretische   Physik   will   uns   glauben   machen,   dass   es   für   sie   keine   Grenzen der     wissen-schaftlichen     Erkenntnis     gäbe.     Sie     schöpft     ihr     Wissen     aus mathematischen   Modellen,   die   sie   über   die   Welt   aus   Ideen   generiert,   ohne   sich und   uns   darüber   Rechenschaft   zu   geben,   ob   diese   Modelle   wahr   sein   können   und ob   man   daraus   mehr   Erkenntnisse   ziehen   kann   als   man   in   sie   hineinsteckt.   Die philosophische Frage daraus lautet: Sind synthetische Urteile prinzipiell wahr? Mit   anderen   Worten:   Ist   es   möglich,   auf   der   Basis   des   reinen   Denkens   ohne Beobachtung zu Erkenntnissen über die Welt zu gelangen?

Das Erkenntnis-Modell nach Kant

Bereits   vor   250   Jahren   begann   Immanuel   Kant   über   die   Grenzen   der   Erkenntnis nachzudenken   und   er   tat   es   so   gründlich,   dass   es   bis   heute   wohl   niemand   besser machen   könnte.   Diese   Gedanken   legte   er   in   seinem   Hauptwerk   Kritik   der   reinen Vernunft “ nieder. Kant   sah,   dass   der   Verstand   nicht   als   leerer   Behälter   arbeiten   könnte,   der   einfach Daten    von    der    Außenseite    empfängt.    Es    muss    etwas    vorhanden    sein,    die ankommenden   Daten   zu   ordnen.   Bilder   von   externen   Gegenstände   müssen   in   der gleichen    Reihenfolge    gehalten    werden,    in    der    sie    empfangen    wurden.    Diese Ordnung     entsteht     durch     die     Intuition     von     Raum     und     Zeit.    Aus     diesen Überlegungen   entwickelte   er   ein   Modell   der   Erkenntnis,   das   man   in   groben   Zügen   mit   der   nebenstehenden   Graphik veranschaulichen kann. Kant   erkannte,   dass   die   Außenwelt,   „das   Ding   an   sich“,   sich   nur   über   sinnlich   erfassbare   Phänomene   in   unserem   Verstand widerspiegelt.   Da   wir   „Augentiere“   sind,   die   meiste   Information   über   den   Gesichtssinn   wahrgenommen   wird,   benutzte   er den Begriff  “Anschauung”. „Begriffe ohne Anschauungen sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“ und „So fängt denn alle menschliche Erkenntnis mit Anschauungen an, geht von da zu Begriffen, und endigt mit Ideen.“ Immanuel Kant Über   „das   Ding   an   sich“   können   wir   nur   so   viel   wissen,   als   es   unsere   Sinnesleistungen   über   den   Abbildungsprozess gestatten.   Natürlich   haben   wir   seit   Kants   Zeiten   mittels   technischer   Hilfsmittel   diese   Sinnesleistungen   extrem   gestärkt. Trotzdem   haben   sie   noch   immer   Grenzen.   Wir   können   nicht   in   das   Innere   eines Atoms   hineinsehen   und   wir   können   in   das Weltall   nur   soweit   sehen,   wie   wir   mit   unseren   Teleskopen   noch   Licht   empfangen.   Über   die   Rückseite   des   Mondes   wüssten wir nichts, wenn wir keine Kameras dorthin geschickt hätten. Das gleiche gilt für alle anderen Planeten. Nach   Kant   besitzt   der   Verstand   eine   Reihe   von   Kategorien   mit   Begriffen   a   priori,   vermittels   derer   er   über   Regeln   aus   den Erfahrungen,   die   sich   aus   „Mannigfaltigkeiten“   der      sinnlichen   Abbildungen   schöpfen   lassen,   Urteile   bildet.   Neben   Raum und   Zeit   hat   er   eine   Tafel   von   weiteren   Kategorien   aufgestellt,   deren   wichtigste   die   Kausalität   zur   Verknüpfung   von Begriffen   ist.   Das   „a   priori“   kann   man   nur   so   verstehen,   dass   wir   sie   brauchen,   bevor   wir   mit   ihnen   nachdenken,   denn natürlich    muss    jeder    in    seinem    Leben    Begriffe    erst    erlernen,    nur    die    logische    Verknüpfung    von    verschiedenen Sinneseindrücken   ist   angeboren.   Eine   solche   logische Verknüpfung   eines   Begriffs   mit   einem   anderen   ist   eine   Relation. Aber auch die Verknüpfung von Sinneseindrücken untereinander und von Sinneseindrücken mit Begriffen leistet unser Gehirn. ...
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Aus dem Nachwort
Das physikalische Weltbild zwischen Realität und Surrealismus
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© Dr. Ing. Dipl Phys. M. Hüfner 2014

Grenzen der wissenschaftlichen

Erkenntnis

im Lichte von Kants Erkenntnistheorie

Die   theoretische   Physik   will   uns glauben   machen,   dass   es   für   sie keine      Grenzen      der      wissen- schaftlichen     Erkenntnis     gäbe. Sie     schöpft     ihr     Wissen     aus mathematischen    Modellen,    die sie     über     die     Welt     aus     Ideen generiert,     ohne     sich     und     uns darüber   Rechenschaft   zu   geben, ob     diese     Modelle     wahr     sein können   und   ob   man   daraus   mehr Erkenntnisse     ziehen     kann     als man     in     sie     hineinsteckt.     Die philosophische      Frage      daraus lautet:   Sind   synthetische   Urteile prinzipiell wahr? Mit     anderen     Worten:     Ist     es möglich,   auf   der   Basis   des   reinen Denkens    ohne    Beobachtung    zu Erkenntnissen   über   die   Welt   zu gelangen?

Das Erkenntnis-Modell nach Kant

Bereits    vor    250    Jahren    begann    Immanuel    Kant    über    die    Grenzen    der Erkenntnis   nachzudenken   und   er   tat   es   so   gründlich,   dass   es   bis   heute   wohl niemand    besser    machen    könnte.    Diese    Gedanken    legte    er    in    seinem Hauptwerk „ Kritik der reinen Vernunft “ nieder. Kant   sah,   dass   der   Verstand   nicht   als   leerer   Behälter   arbeiten   könnte,   der einfach   Daten   von   der Außenseite   empfängt.   Es   muss   etwas   vorhanden   sein, die    ankommenden    Daten    zu    ordnen.    Bilder    von    externen    Gegenstände müssen   in   der   gleichen   Reihenfolge   gehalten   werden,   in   der   sie   empfangen wurden.   Diese   Ordnung   entsteht   durch   die   Intuition   von   Raum   und   Zeit. Aus diesen   Überlegungen   entwickelte   er   ein   Modell   der   Erkenntnis,   das   man   in groben Zügen mit der nebenstehenden Graphik veranschaulichen kann. Kant    erkannte,    dass    die   Außenwelt,    „das    Ding    an    sich“,    sich    nur    über sinnlich   erfassbare   Phänomene   in   unserem   Verstand   widerspiegelt.   Da   wir „Augentiere“     sind,     die     meiste     Information     über     den     Gesichtssinn wahrgenommen wird, benutzte er den Begriff  “Anschauung”. „Begriffe   ohne   Anschauungen   sind   leer,   Anschauungen   ohne   Begriffe   sind blind.“ und „So   fängt   denn   alle   menschliche   Erkenntnis   mit Anschauungen   an,   geht   von da zu Begriffen, und endigt mit Ideen.“ Immanuel Kant Über   „das   Ding   an   sich“   können   wir   nur   so   viel   wissen,   als   es   unsere Sinnesleistungen   über   den Abbildungsprozess   gestatten.   Natürlich   haben   wir seit    Kants    Zeiten    mittels    technischer    Hilfsmittel    diese    Sinnesleistungen extrem   gestärkt. Trotzdem   haben   sie   noch   immer   Grenzen. Wir   können   nicht in   das   Innere   eines   Atoms   hineinsehen   und   wir   können   in   das   Weltall   nur soweit   sehen,   wie   wir   mit   unseren   Teleskopen   noch   Licht   empfangen.   Über die   Rückseite   des   Mondes   wüssten   wir   nichts,   wenn   wir   keine   Kameras dorthin geschickt hätten. Das gleiche gilt für alle anderen Planeten. Nach   Kant   besitzt   der   Verstand   eine   Reihe   von   Kategorien   mit   Begriffen   a priori,   vermittels   derer   er   über   Regeln   aus   den   Erfahrungen,   die   sich   aus „Mannigfaltigkeiten“   der      sinnlichen   Abbildungen   schöpfen   lassen,   Urteile bildet.   Neben   Raum   und   Zeit   hat   er   eine   Tafel   von   weiteren   Kategorien aufgestellt,   deren   wichtigste   die   Kausalität   zur   Verknüpfung   von   Begriffen ist.   Das   „a   priori“   kann   man   nur   so   verstehen,   dass   wir   sie   brauchen,   bevor wir    mit    ihnen    nachdenken,    denn    natürlich    muss    jeder    in    seinem    Leben Begriffe    erst    erlernen,    nur    die    logische    Verknüpfung    von    verschiedenen Sinneseindrücken   ist   angeboren.   Eine   solche   logische   Verknüpfung   eines Begriffs   mit   einem   anderen   ist   eine   Relation.   Aber   auch   die   Verknüpfung von     Sinneseindrücken     untereinander     und     von     Sinneseindrücken     mit Begriffen leistet unser Gehirn. ...
Aus dem Nachwort
Physik zwischen Realität und Surrealismus
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letzte Änderung  26.12. 2018